Meh als Rezäpt

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Vegane Harira: marokkanische Suppe mit Stangensellerie und Karotten

Dieses Süppchen verleiht deinem regionalen Saisongemüse eine orientalische Note und bewährte sich auch schon als Seelentröster für daheim gebliebene Weltenbummlerinnen.

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Gehörst du zur treuen Leserschaft dieses Blogs, weisst du bereits von unseren durchkreuzten Reiseplänen während des Lockdows und wie wir uns in unseren vier Wänden durch verschiedene Rezepte dieser Welt gekocht und probiert haben, um unser Fernweh im Zaun zu halten.

Einer meiner treuen Begleiter auf dieser kulinarischen Entdeckungsreise war das Kochbuch "Die grüne Küche auf Reisen: vegetarisches aus aller Welt" von David Frenkiel und Luise Vindahl. Die Autorenschaft, ein Ehepaar mit drei Kindern, betreibt gemeinsam den Food- und Reiseblog green kitchen stories. Ihre Rezepte enthalten viel Gemüse, sind meistens vegetarisch oder vegan und oft einfach in der Umsetzung.

Das Buch hat mit seinen ansprechenden Illustrationen voll meinen Shutdown-Fernweh-Nerv getroffen: Reisefotos der Bloggerfamilie in Interaktion mit Einheimischen, an Street Food-Ständen und auf Lebensmittelmärkten, degustierend, auf Essen wartend, an Gewürzen schnuppernd. Das weckte bei mir Erinnerungen an Zeiten an vergangene Reisen/Lebensabschnitte im Ausland und löste völlig verklärte Familienreise-Fantasien aus (Wer selbst Kinder hat, weiss wie anstrengend Reisen mit Kindern in Realität ist. Und seit wir diesen Sommer etwas länger zu dritt unterwegs waren, bin ich überzeugt, dass unsere fiktive und kulinarische Reise trotz erlebter Enttäuschung entspannender war als unser ursprüngliches WWOOF-Vorhaben).

Ganz im Sinne von Leaf to Roof kannst du an Stelle von Petersilie die Blätter des Stangenselleries verwenden. Vorrätige Blätter lassen sich auch zur späteren Verwendung hacken und einfrieren.
Ein einfaches Gericht das eine breite Geschmacksvielfalt vereint

Die besonderen Umstände trugen sicher dazu bei, dass die erste Zubereitung der veganen Harira von Frenkiel und Vindahl zu einem ganz sinnlichen und besonderen Erlebnis wurden und ich dieses Süppchen sofort in mein Herz geschlossen habe. Aber ich bin überzeugt, dass mir diese Speise auch unter anderen Umständen gut geschmeckt hätte. Denn durch die pikanten Gewürze, die leichte Säue der Tomaten vereint mit einem Schuss Zitronensaft, die Süsse der Karotten und Datteln und die milde Schärfe des Selleries vereint dieses Gericht trotz seiner Einfachheit eine breite Geschmacksvielfalt.

Die Gewürze und Datteln verleihen dem Süppchen aus regionalem Gemüse einen orientalischen Touch. Wenn mich wieder einmal das Fernweh packt (wie soeben bei den Recherchen zum Artikel über Maisleckereien und 도토리묵), bereite ich mir einen wärmenden Teller Harira zu und tauche gedanklich in das Gewusel eines marokkanischen Marktes ein, wie ich ihn aus Filmen und Tim und Struppi-Comics kenne.

"Ha-hier-ra": eine Abwandlung mit lokalen (Dörr)früchten statt Datteln

Die Datteln finde ich bei Gebana, die sich gemäss eigenen Angaben "für mehr Nachhaltigkeit, mehr Gerechtigkeit und mehr Qualität zu bezahlbaren Preisen" einsetzt. Dort kann ich (zusammen mit Freunden und Verwandten) vor Weihnachten Rispendatteln in grösseren Mengen beziehen, die bei kühler Lagerung bis zu einem Jahr halten. Kochst du aber lieber mit möglichst wenig Zutaten, die hierzulande nicht erhältlich sind, kannst du natürlich versuchen mit lokalen (Dörr)früchten die Suppe aufzupeppen. Lass mich wissen, falls du eine tolle Rezeptur für eine "Ha-hier-ra" gefunden hast!

Harira (marokkanische Suppe)

David Frenkiel, Luise Vindahl
Gericht Suppe
Land & Region Marokko
Portionen 2 Portionen

Zutaten
  

Gemüse

  • 1 EL kalt gepresstes Olivenöl (oder Kokosfett)
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 2 grosse Stangen Staudensellerie, gewürfelt (ohne Blätter ca. 145 g)
  • 2 grosse Karotten, gewürfelt

Gewürz

  • 1 EL Ingwer, gemahlen
  • 1 EL Paprikapulver
  • 1 EL Kurkuma, gemahlen
  • 1 EL Kreuzkümmel, gemahlen

Flüssigkeiten

  • 2 EL Tomatenmark (oder sehr reife, geplatzte Tomaten)
  • 1 l Gemüsebrühe (oder Wasser)
  • 400 g ganze, geschälte Tomaten
  • 1 EL Zitronensaft (bei Bedarf auch mehr)
  • 100 g getrocknete Kichererbsen, eingeweicht (oder eine 400 g-Dose eingelegte Kichererbsen, abgetropft)

Zum Anrichten

  • 1 handvoll Stangensellerie-Blätter (oder Petersilienblätter)
  • 10 frische, weiche Datteln, entsteint und kleingeschnitten (notfalls gehen auch Trockendatteln)

Anleitungen
 

  • In einem grossen Topf auf niedriger bis mittlerer Stufe das Öl erhitzen. Zwiebeln, Knoblauch, Staudensellerie und Karotten darin etwas 5 Minuten anbraten. Gelegentlich umrühren, damit nichts anbrennt.
  • Ingwer, Paprika, Kurkuma und Kreuzkümmel gut einrühren und kurz unter Rühren anbraten, bis die Gewürze duften.
  • Tomatenmark, Gemüsebrühe und Tomaten hinzufügen und 30 Minuten köcheln lassen.
  • Zitronensaft dazugiessen und abschmecken. Die Kichererbsen zugeben und alles 1 weitere Minute köcheln lassen.
  • Die Harira auf Suppenteller verteilen. Datteln und Petersilie (bzw. Staudensellerieblätter) dazu servieren.

Notizen

Die Harira hält sich im Kühlschrank 3-5 Tage und kann auch gut portionsweise eingefroren werden.
 
Rezept auf Englisch: https://www.cooked.com/uk/David-Frenkiel/Hardie-Grant-Books/Green-Kitchen-Travels/Soups/Harira-soup-recipe

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