Meh als Rezäpt

Rezeptideen für deinen Meh als Gmües Ernteanteil

Meh als Rezäpt

Randenblatt-Strangolapreti an Gorgonzola-Sauce

Randenblätter (Blätter der roten Beete) sind geniessbar und bringen Farbe auf deinen Winterteller. Erfahre mehr über die Möglichkeiten dieser Blätter und die Zubereitung von Trentiner Knödeln.

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Dank des milden und relativ frostarmen Winters dürfen wir uns bei meh als gmües heute auf Randenblätter in der Geschenkkiste freuen. Denn das Kraut der roten Beete ist essbar. Es schmeckt wie die Knolle leicht erdig, aber etwas weniger süsslich.

Randenblätter roh und gekocht massvoll und möglichst in Kombination mit caliciumreichen Lebensmitteln geniessen

Du kannst aus den Blättern und der Randenknolle eine Botwinka (polnische Randensuppe) kochen, die Blätter für einen Risotto verwenden, sie dämpfen oder mit Tomaten und Zwiebeln dünsten und z. B. zu Rührei oder in einem Pfannkuchen servieren. Auch gekocht in etwas Sahne oder Kokosmilch schmecken Randenblätter sehr gut. Rezepte findest du u.a. auf Utopia, Smarticular und Focus.

Randenblätter von meh als gmües (Foto: zvg)

Auch für Salate und grüne Smoothies werden die Randenblätter verwendet. Weil sie (wie ihre nahen Verwandten, der Krautstiel) Oxalsäure enthalten, empfiehlt es sich sie nicht regelmässig und in grösseren Mengen roh zu verzehren. Am besten isst du sie gekocht und in Kombination mit calciumreichen Lebensmitteln. Esther Kern und Pascal Haag machen aus Randenblättern z. B. Bruschette mit Jersey Blue-Käse und Pinienkernen. Auf Elle Republic werden die gedämpften Blätter mit Mandeln bestreut.

"Priesterwürger" – klassisch und adaptiert

Ich habe die Randenblätter zu Strangolapreti verarbeitet und diese mit einer Mascarpone-Gorgonzola-Sauce serviert. Strangolapreti, zu deutsch "Priesterwürger", sind Knödel aus der italienischen Provinz Trentino. Wie die Klösse zu ihrem eigenartigen Namen gefunden haben, lässt sich heute nicht mehr genau ausmachen. Sie sollen aber zur Zeit des Trentinischen Konzils (1545-1563) eine der Leibspeisen der anwesenden geistlichen Würdenträger gewesen sein. Auch heute noch zählen sie zu den regionalen Spezialitäten dieser Region und sind eine leckere Möglichkeit, Brot vom Vortag weiterzuverwerten.

Strangolapreti werden in Salzwasser gekocht und anschliessend in Salbeibutter geschwenkt und mit Parmesankäse serviert. Klassische Strangolapreti bestehen aus in Milch eingeweichtem Weissbrot vom Vortag, Eiern, Mehl, italienischem Reibkäse (Trentingrana, Grana Padano oder Parmesan), Spinat oder Mangold sowie Salz und Pfeffer. Je nach Rezept werden die Nocken zusätzlich mit einer gehackten Zwiebel und etwas Muskatnuss aromatisiert.

Das Blattgemüse-Brot-Verhältnis variiert je nach Rezept von von 1:1 bis 2:1 und ist wohl auch immer abhängig von den Vorlieben der Kochenden und der Verfügbarkeit an frischem Gemüse. Bei einem Blattgemüse-Brot-Verhältnis von 1:1 reichen je 200g für vier Personen. Bei einem Blattgemüse-Brot-Verhältnis von 2:1 reicht 1 Kilogramm Blattgemüse für ca. vier bis sechs Personen.

Heute wird das klassische Rezept auch neu interpretiert. Spinat und Mangold werden durch Blattkohlgemüse wie Feder- und Palmkohl oder Brennesseln ersetzt und in manchen Rezepten findet sich auch Ricotta statt Milch. Ich habe mich an einem solchen Rezept orientiert und mich an die Zubereitung mit Randenblättern und veganem Eiersatz auf Lupinenmehlbasis gewagt. Weil die Knödel in Salbeibutter etwas fade schmeckten, habe ich sie mit einer milden Gorgonzola-Mascarpone-Sauce serviert. So war gleich noch für die empfohlene Calciumkomponente in meinem Gericht gesorgt.

Weil ich etwas wenig Randenblätter vorrätig hatte, habe ich die Knödel für mehr Geschmack und Farbe in etwas Randensaft getränkt. Denkbar wäre es auch, die Milch durch Randensaft zu ersetzen oder kleine gekochte Randenwürfel in die Knödel einzuarbeiten oder die Randenblätter durch Spinat zu ergänzen. Probier es doch einfach aus und schreib mir deine Erfahrungen damit.

Übrigens: Falls du zu viele Knödel gemacht hast, kannst du sie roh oder gekocht einfrieren und vier bis sechs Monate im Tiefkühler aufbewahren.

Randenblatt-Strangolapreti an Mascarpone-Gorgonzola-Sauce

Gericht Hauptgericht
Land & Region Italienisch
Portionen 2 Personen

Equipment

  • Küchenmaschine oder Stabmixer

Zutaten
  

  • Olivenöl
  • 1 kleine Zwiebel
  • Kräutersalz
  • 500 g Randenblätter (ggf. ergänzt durch gekochte Randenwürfelchen und Spinat)
  • 1 Ei (bzw. Eiersatz*)
  • 250 g Weissbrot (frisch oder vom Vortag, nicht zu trocken)
  • 40 g Ricotta
  • 50 g Grana Padano
  • wenig Randensaft
  • Muskatnuss
  • n.B. Mascarpone-Gorgonzola
  • Halbrahm
  • Pfeffer aus der Mühle

Anleitungen
 

  • Die Randenblätter in Streifen schneiden. Die Stiele fein hacken.
  • In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und darin Zwiebel glasig dünsten. Randenblätter und -stiele beigeben und kochen. Mit Kräutersalz abschmecken.
  • Das Weissbrot zerkleinern. Weissbrot und gekochte Randenblätter in einen Mixer geben und mixen, bis ein fester, nicht zu stark verquirlter Teig entsteht. Alle anderen Zutaten bis und mit Randensaft zum Teig hinzugeben. Den Teig kneten, mit Muskatnuss abschmecken und dann zu kleinen Bällchen formen.
  • Die Strangolapreti in einem Topf mit Salzwasser kochen.
  • Inzwischen in einem kleinen Topf etwas Halbrahm erhitzen und darin etwas Mascarpone-Gorgonzola schmelzen. Die Sauce mit Pfeffer abschmecken und warm halten.
  • Wenn die Strangolapreti an der Wasseroberfläche schwimmen, sind sie gar. Dann die Strangolapreti mit einer Schaumkelle aus dem Wasser nehmen und gut abtropfen. Strangolapreti mit Sauce anrichten.

Notizen

(*) Erläuterungen, weshalb wir Eier massvoll konsumieren sollten, findest du in diesem Artikel.

1 Comments on “Randenblatt-Strangolapreti an Gorgonzola-Sauce”

  1. Wow! Wer hätte das gedacht, was sich hinter diesem so farbig angerichteten Teller versteckt! Doch keine Heidelbeerglace mit Vanillesosse…! Freue mich, das Rezept auszuprobieren!
    Milena

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